Sibirien

Ein Land von gigantischen Ausmaßen und unendlicher Weite, so sehen wir Mitteleuropäer Sibirien im besten Fall. Möglicherweise fallen uns noch unberührte Landschaften und eine artenreiche Tierwelt ein. Dann hört es aber in der Regel schon auf mit den positiven Assoziationen. Kälte, Einsamkeit, unwirtliche Lebensbedingungen, Grausamkeiten in sibirischen Arbeitslagern und Gefängnissen. Für die meisten ist Sibirien mit traurigen Erinnerungen (etwa für ehemalige Kriegsgefangene) oder mit vielen - berechtigten und unberechtigten -Vorurteilen verbunden. Den wenigsten ist Sibirien eine Reise wert.

Sibirien

Das Wort ist tatarisch und hei‚Land'. Andere nennen es schlafendes Land', aber das war Sibirien nie. Nach wie vor zählt Sibirien aber zu den geheimnisvollsten, unbekanntesten und unerschlossensten Gebieten der Welt. Selbst nach Öffnung des "Eisernen Vorhangs" im Zuge Gorbatschows Perestroika ist es bislang nur verhältnismäßig wenigen westlichen Besuchern und Kamerateams gelungen, dieses Gebiet zu bereisen und darüber zu berichten. Die multimedial ausgerichtete Trans-Sibirien-Expedition des WDR-Schulfernsehens wird nun einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit bieten, dieses Land live zu erkunden. Sibirien - für viele ein unbekanntes fast imaginäres Land, dessen Name aber vielfältige Assoziationen auslöst. Verbinden die einen die dünnbesiedelte einzigartige Natur der Tundra und Taiga mit Sibirien, nur zu durchqueren mit der sagenumwobenen Transsibirischen Eisenbahn, ist für andere dieses Land identisch mit dem von A. Solschenizyn beschriebenen Archipel Gulag, dem unter Stalin errichteten Arbeitslagersystem. Kennen die einen Sibirien nur aus den leidvollen Erzählungen ihrer Väter und Großväter, die ihre Kriegsgefangenschaft dort überlebten, assoziiert vor allem die jüngere Generation mit Sibirien immense Bodenschätze, spektakuläre ökologische Katastrophen, riesige in die Wildnis gesetzte Trabantenstädte, in unvorstellbarer Armut lebende Menschen, Tiefsttemperaturen und verrottete atomare Raketenabschussanlagen. Wie ist Sibirien wirklich?

Sibirien - das sind Millionenstädte und vergessene Dörfer, urbanes Flair und schamanische Bräuche, trockene Steppen im Süden und eisige Tundra im Norden. Dazwischen liegen Sumpf und der größte Wald der Welt - die Taiga. Auf einer Fläche rund 35mal so groß wie Deutschland, leben nur knapp 25 Millionen Menschen. Urvölker wie Ewenken und Burjaten, Jakuten und Tungusen teilen sich den Rest dieses Kosmos mit Bären und Wölfen. Durchzogen wird diese grenzenlose Weite von einem der mächtigsten Ströme der Erde: dem Jenissej.

Die Geographie Sibiriens

Die Geografie Sibiriens ist bestimmt von den verschiedenen Landschaftszonen. Das sind Tundra, Taiga , Waldsteppe und Steppe.

Tundra

  • Meist flach
  • Permafrost
  • Kurze kühle Sommer (Durchschnitt Juli: unter 10 Cº), lange dunkle Winter, häufige Schneefälle (Purga)
  • Vegetationsperiode: 1-3 Monate
  • Vegetation: kleinere Sträucher, Gräser, Polster- und Moospflanzen, Flechten
  • Tiere: Rentiere, Polarhasen, Lemminge, Gänse, Enten, Schneehühner

Taiga

  • weitgehend flach
  • Permafrost
  • extrem kalte Winter, 6-7 Monate Schneedecke
  • Sommer mäßig warm (Julimittel 10 C)
  • Vegetationsperiode 5-6 Monate
  • Vegetation: Nadelwälder, Sümpfe Torfmoore. im Westen dominieren Fichten und Kiefern, im Osten eher Lärchen
  • Tiere: Elche, Dammwild, Bären, Wölfe, Schneehasen

Waldsteppe und Steppe

  • eben bis flachwellig
  • winterkalt (Januarmittel bis -20 C) und sommerheiß (Julimittel über 20 C)
  • z.T. starke Sommerregen mit Erosionswirkung
  • dünne Schneedecke
  • Vegetation: viele Gräser und Kräuter, Waldsteppe durchsetzt mit Birkenwäldchen
  • Tiere: Dammwild, Wildpferde, Wildesel, Saiga-Antilope, Nagetiere, Greifvögel

Die Fluesse

  • Ob 4340 km
  • Irtysch 4248 km
  • Jenissej 4092 km
  • Lena 4400 km
  • Kolyma 2600 km
  • Tunguska 2950 km
  • Steinige Tunguska 1865 km
  • Angara 1800 km
Sibirien hat viele Flüsse, darunter die größten und wasserreichsten der Welt. Da Sibirien von drei Seiten durch Gebirge umrahmt wird und nur zum Polarmeer geöffnet ist, fließen die Flüsse ausnahmslos in Süd-Nord-Richtung. Die Dimensionen der Flüsse sind anders als in Mitteleuropa. So ist zum Beispiel der Fluss Alaseja in kaum einer Karte verzeichnet, weil er so klein ist. Dennoch ist er mit 1590 km länger als der Rhein. Sibirische Flüsse bekommen ihr Wasser vor allem durch Schneeschmelze, was vor allem bedeutet, dass sie je nach Jahreszeit unterschiedlich viel Wasser haben. Der Abfluss eines sibirischen Flusse ist im Juni viermal so hoch wie im September und achtzehn- bis zwanzigmal so hoch wie im Dezember. Dies kann zu Hochwassern im Frühjahr führen und erschwert durch die unregelmäßige Wasserführung auch die Schifffahrt. Nach der Schneeschmelze können sogar recht kleine Flüsse zu großen Strömen werden. Im Winter wird die Eisdecke ca. 1,5m dick und kündigt den Menschen durch explosionsartige Geräusche an, dass sie nicht mehr lange auf das Frühjahr warten müssen.

Die Geschichte Sibiriens

Zeittafel

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